Atelier Birgit Sommer
Atelier  Birgit Sommer

Seelen-Gene | Temporäre Kunstaktion

© | Seelen-Gene | Westwall | 2013

 

 

       

                                     

Anlass: | Tag des unbequemen Denkmals | So. 8.Sept. 2013

Ort: Nähe Dreilägerbachtalsperre, Höckerlinie über Grölisbach

 

Für einige Stunden habe ich an oben genanntem Ort meine Installation | Seelen-Gene |  an der ungewöhnlichen Höckerlinie, die unter dem Nazi-Regime über einen Bach gebaut wurde, inszeniert.

 

Symbolisch für die vielen traumatisierten Seelen, die auch noch in nachfolgenden Generationen ihre unverarbeitenden und somit verheerenden Spuren hinterlassen, war diese Arbeit gewidmet.

 

Die zahlreichen, aus weißem Telefondraht geformten Drahtobjekte erinnern an überdimensionale, bizarre Ur-Tierchen, Mikroorganismen, die schwebend durch ihre Leichtigkeit und Transparenz einen durchaus gewollten Kontrapunkt zu der äußerst massiv gebauten Betonbrücke und den unfassbaren Gewaltattacken des 2. Weltkrieges herstellen. Die offene Struktur der beweglichen Objekte verbindet die Ebenen Zeit und Raum und lässt einen stetigen Austausch zu.

 

Ganz bewusst habe ich für diesen geschichtsträchtigen Ort eine temporäre Kunstaktion gewählt, da es sich um ein Privatgelände handelt und der Besitzer verständlicherweise keinen „Pilgerort“ wünscht. Die Kunstaktion wurde u.a. in einem Kurzfilm dokumentiert.

 

Mein Anliegen war es - insbesondere am Tag des "ungeliebten“ Denkmals - ein Zeichen zu setzen und die in Vergessenheit zu drohende Vergangenheit - in besonderer Form in Erinnerung zu bringen.

 

Heute, 80 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, sind die Panzersperren und mit ihnen ihre unzähligen – zumeist gesprengte Bunkeranlagen, Luftverteidigungsbauten etc. - als „Verteidigungslinie“ von Hitler propagiert – auch noch in der Eifel - nicht zu übersehen. Die massive Bauweise des von vorneherein zum Scheitern verurteilten Vorhabens konnte zu keiner Zeit Panzer etc. aufhalten.

 

Seit langer Zeit hat sich vielerorts die Natur ihren Platz „zurück erobert“. Die Betonwüsten bieten Lebensräume für zahlreiche Lebewesen, ebenso hat sich eine imposante Vegetation entwickelt.

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© Birgit Sommer