Alpenglühn + Eifelgold – jenseits der Lieblichkeit
Alte Rewe-Halle Nettersheim
„Sub rosa“ ist ein alter Begriff für unbedingte Verschwiegenheit. Dass Titel und Installation einen Beichtstuhl assoziieren, ist dem katholischen Betrachter vertraut; zwei dafür wesentliche Elemente finden sich am traditionellen Platz verortet: Der Betstuhl des „Sünders“ und der Sitz des „Priesters“.
SUB ROSA kippt aber schon beim ersten Anblick die dunkle, flüsternde Heimlichkeit hinter geschlossenen Beichtstuhltüren und vorgezogenen Vorhängen sofort ins Helle: Hier ist der Zugang zum Mysterium von Schuld und Sühne mit lächelnder Ironie hin zu offener Kommunikation gewendet. Deren buchstäbliche „Rahmenbedingungen“ sind klar und im nahezu klinisch weiß gekachelten einstigen Kühlraum der Alten REWE-Halle wirken die Hinweise doppelt – und das in beide Richtungen: So verbindet z.B. ein weißes Telefon aus dem Weit-Oben und Außen die beiden virtuellen Gesprächspartner. Im Raum finden sich Reinigungsartikel aller Art und eine zur übergroßen Pfeilspitze verkürzten stufenlosen „Leiter“ – Ausschnitt reinigender Sühnemaßnahmen „en gros et en détail“ inklusive innerer Ausrichtung…
Die samtig-plüschigen Versatzstücke der Installation halten die Erinnerung an Dumpfheit und Bedrückung hintergründig wach, wie sie im katholischen Raum durchaus mitschwingen könnten; die Öffnungen nach allen Seiten befreit diese Erinnerung zu öffentlicher Kommunikation …..mit einem klugen Lächeln.
Dr. Elisabeth Geschwind, Kunsthistorikerin im Sept. 2008